Cannabis im Haus anbauen

In der Regel wird ein kleiner Raum im Inneren des Hauses zum Anbau von Marihuana verwendet. Stecklinge können im Frühjahr nach draußen umgesiedelt werden, sobald der letzte Frost vorbei ist. Ein ungenutztes Bad, ein Dachboden, ein Keller oder auch ein großer Schrank können gute Bedingungen bieten. Eine Produktion im größeren Stil kann die Nutzung eines gesamten Raumes erfordern. 

Der gewählte Raum sollte lichtundurchlässig verschlossen sein oder verschlossen werden können, so dass keine unnötige Aufmerksamkeit erregt wird. 

Zudem ist eine gute Ventilation mit Sicherheit vorteilhaft. Eine geöffnete Tür kann ausreichend sein wenn der Raum nicht mit großen, hitzegenerierenden Lampen ausgeleuchtet wird. Optimal ist die Installation separater hinein- und hinausführender Ventilationsrohre. Ein Ventilationsrohr kann z.B. zum Dachboden oder nach draußen führen, um gebrauchte Luft abzuführen, während ein weiteres Rohr nach innen benötigt wird, um frische Luft nach innen zu bringen. Eine Reihe günstiger Tischventilatoren kann dafür sorgen, dass die Luft im Raum ausreichend zirkuliert. Ein Dimm-Schalter kann helfen, die Geschwindigkeit und den Lärm der Ventilatoren zu regulieren. Verwenden Sie Silikon, um die Ventiltoren mit etwa 10 bis 15cm PVC Rohr zu verbinden, welches Sie dann mit einem Loch in der Decke oder dem Boden verbinden. Verwenden Sie hierbei ausreichend Silikon, so dass mögliche Vibrationen der Ventilatoren abgedämpft werden. 

Innen liegende Wände können mit Aluminiumfolie (matte Seite weist nach außen) abgeklebt werden, um Hotspots zu vermeiden und Licht zu verstreuen. Alternativ können Wände auch mit einer hellen Farbe gestrichen werden, um Licht zu reflektieren. Vermeiden Sie den Gebrauch von Spiegeln, da diese Licht verschlucken können. 

Der Boden kann mit einer Plastikfolie abgedeckt und so vor Wasserspritzern und ähnlichem geschützt werden. Installieren Sie eine isolierte Steckdose in dem Raum und stellen Sie sicher, dass das Verteilersystem in Ihrem Haus mit den angeschlossenen Lampen fertig wird. Gasentladungslampen sollten über dem Boden angebracht werden, um einen Schaden im Falle eines Wasseraustritts zu vermeiden.  

Eine Hängeregal über der Hauptanbaufläche ist optimal, um Ableger zu klonen und Sämlinge zum Keimen zu bringen. Mehretagenanbau ermöglicht eine signifikante Vergrößerung der Anbaufläche und bietet zudem Ablageflächen für Gartenzubehör, wie z.B. Sprühflaschen und Dünger. Da der Raum bereits sehr warm ist, ist es in der Regel nicht erforderlich, in eine Wärmeplatte für den Keimungsprozess zu investieren. 

Ein lichtundurchlässiger Vorhang kann helfen, die Hauptanbaufläche während der Blütezeit abzutrennen. So sollte es möglich sein, dass die Regale mit Keimlingen dauerhaft mit Licht bestrahlt werden und die blühenden Pflanzen ihre vorgeschriebenen Dunkelphasen erhalten. Klettverschluss sorgt dafür, dass der Vorhang in Position bleibt. Schlaufen zum Fixieren des Vorhangs an den Seiten helfen, die Hände für die Pflege der Pflanzen frei zu haben. Schwarze Vinylfolie mit einer hellen Rückseite ist am besten für einen Vorhang geeignet. 

Licht ist für den gesamten Aufbau entscheidend. Ein bis zwei Hängelampen sind mit Sicherheit eine gute Lösung für ein Heranziehen von Sämlingen im Inneren, die dann anschließend in ein Gewächshaus nach draußen verpflanzt werden. Eine Kombination aus warmen und kalten Leuchten trifft am ehesten das ideale Lichtspektrum. Wenn Sie mit einem kleinen Budget arbeiten und sich nur Leuchten mit kaltem, weißem Licht leisten können, sollten diese jedoch von ausreichender Qualität sein und gut funktionieren.

Cannabisanbau mit Gartenregalen

Ein Aufbau mit Gartenregalen und fluoreszierendem Licht kann eine sehr kosteneffiziente Methode sein, Cannabis anzubauen. Leuchtstofflampen sind ideal für den Regalanbau. Bei dieser Anbauform werden mehrere Regale mit Pflanzen übereinander platziert, wobei über jedem Regalfach eine Lampe platziert wird. Die Regale können entweder für die Blütephase 12 Stunden oder für die Keimphase 24 Stunden beleuchtet werden. Am besten ist ein Aufbau mit zwei separaten Bereichen, also ein Bereich für den Blüteprozess und ein Bereich für das Klonen und die Keimphase.  

Ein Regalaufbau bedeutet auch, dass man Pflanzen normalerweise nicht höher als 90 bis 120cm wachsen lässt. Also werden die Regale mit einem Abstand von 90 bis 120cm angebracht. In diesem Szenario wird weniger Licht benötigt, da die Pflanzen kurz gehalten und schnell zur Reife gebracht werden. 

Ein deutlicher Nachteil des Cannabisanbaus in Regalen ist, dass die Lampenhöhe täglich dem Wachstum der Pflanzen angepasst werden muss. Dies erfordert Ihren konstanten Einsatz. Sie können die Pflanzen nicht lange alleine lassen. Dies gilt allerdings vor allem für die vegetative Phase, in der Pflanzen häufig 2,5cm pro Tag wachsen. Sobald die Blütephase erreicht ist, müssen die Lampen normalerweise nicht mehr so häufig angepasst werden. 

Generell sollten Sie die Lampen etwa 5cm von den Pflanzenspitzen entfernt halten. Ein Aufbau, der ein einfaches Justieren der Lampenhöhe ermöglicht, ist hier natürlich ideal. Wenn Sie die Pflanzen für eine Zeit alleine lassen müssen, sollten sie die Lampen so einstellen, dass die Pflanzen nicht näher als 5cm an diese herankommen, bis Sie wieder zurück sind. Stellen Sie sicher, dass das ganze Regal und alle Pflanzen mit ausreichend Licht versorgt werden, da ansonsten dürre Pflanzen entstehen können. Eine Cannabispflanze wächst in jedem Fall langsamer, wenn die Lampen nicht den idealen Abstand haben. 

Eine alternative Option für den Keimungsprozess und das Klonen auf dem obersten Regal besteht darin,  Leuchtstofflampen zu verwenden und die Pflanzen dann anschließend in ein Regal mit HPS (Natriumdampflampen) zu verlegen. Die HPS Lampen helfen dann beim Blüteprozess und dem weiteren Wachstum. 

Platzieren Sie die Natriumdampflampe an einer Stelle, die keine weitere Höhenanpassung erforderlich macht. Am besten also am höchsten Punkt des jeweiligen Raumes, bzw. Schrankes. In der Regel ist bei dieser Konstruktion keine Höhenanpassung mehr erforderlich. Sollten Sie einige Pflanzen dennoch näher an die Lampen heranbringen wollen, stellen Sie diese einfach auf eine geeignete Konstruktion wie einen Karton, kleinen Tisch oder ähnliches. 

Eine stabile Regalkonstruktion ist eigentlich alles, was Sie für dieses Set-up benötigen. Idealerweise hat das Regal eine Breite von etwa 45 bis 60cm. Das Innere des Raumes oder Schrankes, in dem die Regale platziert sind, sollte mit Aluminiumfolie (matte Seite zeigt nach außen) oder einem Anstrich mit sehr heller weißer und reflektierender Farbe versehen werden. Ein weißes Regal ist ebenfalls hilfreich. All diese Maßnahmen helfen, das Licht hin zu den Pflanzen zu reflektieren. Alternativ zu normaler Aluminiumfolie können Sie auch eine reflektierende Rettungsdecke, aluminisierte boPet (biaxial orientierte Polyester-Folie), welche unter den Namen Hostaphan, Mylar und Melinex vertrieben wird oder ähnliches Material verwenden. Vermeiden Sie den Gebrauch von Spiegeln, da diese Licht verschlucken können. 

Wenn Sie sich für die Installation von Deckenlampen entscheiden, können Sie Ketten verwenden, die ein einfaches Justieren ermöglichen. So können Sie die Lampen immer auf der optimalen Distanz von etwa 5cm zu den Pflanzen halten. Wie bereits erwähnt, ist die Distanz entscheidend und zu weit entfernte Lampen können lange, dürre Pflanzen hervorbringen, die nicht die gewünschten Knospen aufweisen. Hier geht es um das sogenannte Internodium, also den Teil einer Sprossachse zwischen zwei Knoten, der keine Blätter trägt.  Je kürzer dieser Knotenabstand ist, desto mehr Knoten und desto mehr Blätter mit Knospen weist die Pflanze auf. Muss sich die Pflanze nach Licht strecken, wird der Knotenabstand größer. Der Regalanbau von Cannabis, der auch als „Meer des Grüns“ (Sea of Green) bezeichnet wird, ermöglicht den Anbau einer großen Anzahl von Pflanzen auf kleinstem Raum, wobei die Pflanzen schnell wachsen und reifen können.