Meer des Grüns (Sea of Green)

Der Begriff Sea of Green oder übersetzt Meer des Grüns bezieht sich auf den Anbau einer großen Anzahl von Pflanzen mit dem Ziel, diese zu einer schnellen Reife zu bringen und eine hohe Ernte einzufahren. Dies steht im Gegensatz zu der Methode, wenige Pflanzen über einen längeren Zeitraum zur vollen Blüte zu bringen. Stattdessen wird die gleiche Anbaufläche genutzt, um mehrere kleine Pflanzen deutlich früher zur Reife zu bringen. Der Vorteil liegt also eindeutig in der kürzeren Zeit, die bis zur Ernte benötigt wird, was sich natürlich wiederum positiv auf Kosten wie z.B. Elektrizität auswirkt. Ein dauerhafte Ernte wird ermöglicht, wenn Sie in der Lage sind, eine Pflanze zu ernten, während die andere Pflanze gerade erst zu blühen beginnt. Es ist möglich, eine solche Form des Anbaus über das ganze Jahr beizubehalten. Für diese Form der Aufzucht platzieren Sie am besten 4 Pflanzen auf einer Fläche von einem Square Feet (0.09m²). Eine Pflanze pro Square Feet gibt der Pflanze genügend Raum für volles Wachstum. Die Methode mit 4 Pflanzen auf gleichem Raum kann die Verästelung der unteren Zweige negativ beeinflussen. Für einen Indoor Anbau ist das eigentlich kein echtes Problem, da die unteren Zweige meist sowieso im Schatten liegen und sich demnach sowieso nicht richtig entwickeln können, wenn man nicht extra Platz und Licht zur Verfügung stellt. Daher stellen viele Hanfanbauer fest, dass ein Anbau mit größeren Pflanzen und längerer Anbauzeit sich nicht wirklich rentiert, da die unteren Zweige nicht ausreichend Ertrag abwerfen. Die Situation ist jedoch anders, wenn man plant, die Pflanzen nach draußen zu verlegen, wo das Schattenproblem nicht wirklich auftaucht. 

Werden die Pflanzen zum gleichen Zeitpunkt gepflanzt und geerntet, entsteht ein Phänomen, das auch als „grünes Dach“ bezeichnet werden kann. Die oberen Blätter der Pflanzen verhindern, dass ausreichend Licht zu dem unteren Teil der Pflanze gelassen wird. Ein Züchter ist also mehr an dem oberen Teil der Pflanzen interessiert und nutzt den Raum und das Licht durch eine enge Anreihung von Pflanzen für eine optimale Ernte. Ein Gitter oder ein Maschendrahtzaun kann die Pflanzen unterstützen und helfen, dass diese nicht umknicken, wenn die Pflanzen durch die vielen Knospen oben recht schwer werden. Es kann auch effektiv sein, Steckhölzer zu verwenden, wobei es hier schwierig sein kann, die Pflanzen zu erreichen, die sich hinten oder in der Mitte des Anbaubereiches befinden. 

Eine große Anzahl von Cannabiszüchtern ist an besonders großen Pflanzen interessiert, da sie mehr Ertrag pro Pflanze abwerfen. Andererseits kann man feststellen, dass es vorteilhaft sein kann, kleinere Pflanzen auf weniger Raum zur Blüte zu bringen. Die Methode des „Sea of Green“ wurde ursprünglich in Holland entwickelt. Demnach ist es möglich, 12 kleine Pflanzen in einem Regal unterzubringen und diesen Vorgang beliebig oft zu wiederholen. Der Wachstumsprozess dauert etwa 2 bis 3 Monate und beinhaltet alles von der Keimung bis hin zur einer Pflanze mit reifen Knospen. Der Ernteprozess kann konstant gehalten werden, vorausgesetzt es ist genug Platz für heranreifende und erntereife Pflanzen vorhanden. Eine komplette Ernte kann bis zu 60 Tage in Anspruch nehmen. 

Natürlich ist nicht nur die Höhe einer Pflanze entscheidend, sondern auch die Qualität und die Reife. Ein Cannabisanbau mit der doppelten Anzahl an Pflanzen, die eine 50%ige Größe erreichen, kann die Anbaufläche doppelt so schnell ausfüllen. Dies bedeutet, dass mehr Cannabis in einem kleineren Zeitabstand produziert werden kann. Gewöhnen Sie sich an, Pflanzen auszuwählen, die schnell zur Blüte kommen und verwenden Sie nur Pflanzen mit der bestmöglichen Qualität. 

Ein Set-up mit 6 Zoll Behältern (eckig geformt) ist ausreichend, um 4 Pflanzen pro Square Feet unterzubringen. Ein 12 Square Feet großer Schrank sollte ausreichend Platz für bis zu 48 Keimlinge auf einer einzigen Regaleinheit bieten. Alternativ kann man kleine Würfel aus Steinwolle formen, welche es möglich machen, noch mehr Keimlinge in einem Regal unterzubringen.

Wenn Sie die Pflanzen drinnen zum Blühen bringen wollen, sollten Sie einen Aufbau mit einer Pflanze pro Square Foot wählen. Ein Aufbau mit weniger Pflanzen bedeutet, dass die Fläche nicht komplett ausgenutzt wird und die Elektrizitätskosten, sowie die Zeit bis zur Reife der Pflanzen verhältnismäßig zunehmen. Setzten Sie mehr Pflanzen auf dieselbe Fläche, stehen die Pflanzen zu dicht beieinander und wachsen mit mehr Stiel als Knospen, was nicht wünschenswert ist. 

In jedem Fall hilft es, wenn Sie verhindern können, dass Sie die Spitzen der Pflanzen abkappen müssen, denn so erreichen Sie schneller eine Ernte. Sie können Pflanzenbinder (Twistband) verwenden, um Pflanzen zu fixieren und in ihrer Wachstumsweise zu trainieren. Hierfür binden Sie am besten die obere Hälfte der Pflanze mit einem Bindedraht an den unteren Teil der Pflanze, so dass der obere Teil um etwa 90 bis 180 Grad gebogen wird. Lassen Sie die Pflanze für etwa 7 Tage in dieser Position und entfernen Sie danach den Pflanzenbinder. Mit dieser Methode gewöhnen Sie den Pflanzen an, sich weniger auf den oberen Pflanzenteil zu fokussieren und ein dichterer Wuchs wird befördert. Der Grund dafür, dass diese Technik gut funktioniert ist, dass sie einen speziellen hormonellen Zustand bei den Pflanzen auslöst, welcher den Wuchs der unteren Knoten befördert.  

Bei der Sea of Green Methode geht es hauptsächlich darum, das Wachstum des oberen Teils der Pflanzen zu befördern. Verzweigungen an der unteren Hälfte der Pflanze können beschnitten werden, um die Luftzirkulation unter dem „Dach“, welches durch die Pflanzenspitzen erzeugt wird, zu gewährleisten. Alle Ableger, die am unteren Teil entfernt werden, können zum Klonen verwendet werden, da diese am schnellsten wieder Wurzeln bilden. Der untere Teil der Pflanze ist zudem am schnellsten in der Lage, sich zu regenerieren, nachdem der Blüteprozess stattgefunden hat.